Abenteuer Acrylfarbe I: hochglänzende Landschaftsinterpretationen

Entwicklung meines Malstils

Detailansicht "Sommermeer"

Vorgeschichte: „Normale“ Bilder malen

Im Laufe der Jahre verändert sich der Stil eines Malers, bereits als Schüler habe ich Malerei, damals in Öl, begonnen. Ich möchte hier nicht auf die Anfangsjahre eingehen, auf der Suche nach Farbmischungen und den richtigen Pinseln oder dem Besuchen von Workshops, auch nicht auf die allererste Phase meiner Acrylmalerei, als ich noch „normal“ malte, sondern an der ersten Abzweigung meines Weges zum „Abenteuer Acrylfarbe“ einsetzen.

Basierend auf der Erfahrung naturgetreuer Landschaftsmalerei hatten sich meine abstrahierenden Landschaftsbilder immer mehr zu Abstraktionen entwickelt, die nur noch Anmutungen von Landschaften in sich tragen.

Phase I: Arbeitstitel „Frozen Color“.

Die „Frozen Color“-Malweise entwickelte ich 2013 in meinem Bedürfnis nach Farbtiefe. Es handelt sich um eine Lasurtechnik, bei der die einzelnen Schichten manchmal kein oder wenig Pigment enthalten. Diese Schichten sind teils hauchdünn, teils millimeterdick sind, so dass neben einem an Glas erinnernden Effekt auch Texturen durch die Schichtkanten entstehen. Diese Bilder könnten auf den ersten Blick auch mit Kunstharz- überzogen oder hergesellt sein, unterscheiden sich in der Farbtiefe jedoch wesentlich, bedingt durch die größere Komplexität. Besucher meiner Ausstellungen hatten immer wieder das Bedürfnis, die nass aussehenden Oberflächen zu berühren oder sie neugierig von der Seite oder von unten zu betrachten.

Ein Teil der Bilder aus dieser Phase konzentriert sich im wesentlichen auf Abstufungen von Blau, andere spielen mit Interferenzfarben vor indigofarbenem Hintergrund (niemals Schwarz).

Ausgangssituation bei der Entwicklung dieser Malweise war, dass ich bei Besuchen von Ausstellungen anderer Maler mir oft dachte, dass diese Bilder auch mit den Malmaterialien, die vor 100 Jahren zur Verfügung standen, hätten gemalt werden können. Ich suchte nach einer „Handschrift“ des 21.Jahrhunderts, also nach Bildern, die zu früheren Zeiten gar nicht möglich gewesen wären. Andererseits lehne ich für Werke, die ich ausstellen möchte, Mixed Media mit nicht-alterungsbeständigen, langfristig gesehen chemisch instabilen Bestandteilen ab. Als freiwillige Selbstbeschränkung habe ich mir auferlegt, nur mit haltbaren, uv-stabilen Malmaterialien zu arbeiten, also zeitgenössisch zu malen und gleichzeitig, wie in der traditionellen Malerei, den Erkenntnissen der Materialkunde gerecht zu werden. Hierzu verlasse ich mich nicht nur auf die Angaben der Hersteller, sondern mache auch immer wieder selbst Materialproben, um z.B. ähnliche Produkte verschiedener Hersteller miteinander zu vergleichen.

Frozen Color Bilder entstehen sehr langsam. Da dicke Schichten nicht nur staubtrocken sein müssen, sondern wirklich durchgetrocknet, bis die nächste Schicht aufgetragen werden darf. Nach mehreren Schichten muss zusätzlich eine Ruhephase zum Durchhärten eingehalten werden.

Während dieser Wartezeiten habe ich immer wieder mit anderen Malmedien, wie etwa Aquarell auf synthetischem Papier (Yupo®) experimentiert und schließlich auch mit diversen matten Spachtelmassen und matten Acrylfarben. Die nächste Phase meines Acrylfarbenabenteuers deutete sich an.

Artikel „Abenteuer Acrylfarbe Teil II“ ist ab dem 25.1.2019 verfügbar.